Abenteuer Abendland

Europa ist ein Kontinent, der bunter kaum sein könnte. Zwischen Atlantik und Mittelmeer, zwischen Alpen und Schwarzmeerküste gibt es so vielfältige Landschaften und Kulturen. Besonders freuen wir uns darauf, unterschiedliche Menschen kennen zu lernen und zu erfahren, wie sie leben, was sie glauben und wovon sie träumen. In den nächsten Jahren werden wir diesen Kontinent in Etappen erkunden und herausfinden, was es mit dem Mythos “Abendland” auf sich hat.

Auf dieser Reise sind wir auf Motorrädern unterwegs: Mit einer Yamaha SR 400 und einer SR 125 haben wir uns zwei alte Maschinen ausgesucht, die entschleunigtes Reisen mit Stil versprechen. Für dieses Reiseprojekt haben wir sie noch umgestaltet. Ein Video über den Umbau der Maschinen findet ihr hier.

Die Abenteuer und Erlebnisse dieser Reise, die Klänge, Athmospären und Gespräche nehmen wir auf und produzieren wieder eine Podcast – Serie unseres Abenteuers Abendland.

Teil 1: Von Deutschland bis zum Mittelmeer

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang im Nationalpark Eifel ist die erste Station unserer Reise. Hier wurden in der Zeit des Nationalsozialismus der Führungsnachwuchs ausgebildet. Sie erinnert uns daran, dass wir heute die Verantwortung für ein Europa des Friedens und der Menschlichkeit haben.

Vogelsang IP

Ab dort fahren wir nur noch auf Landstrassen und kleine Nebenstrassen. Durch Frankreich geht es in die Schweiz, wo wir erst Martina und Dylan (Ride2explore) treffen und dann Heike und Gerd (Leben pur), die uns einladen, bei ihnen zu übernachten. Die Walliser Alpen durchqueren wir per Autoverlad und über den Simplon-Pass.

Alpen

In Italien finden wir einen schönen Zeltplatz in der Nähe von Mailand. In dieser Großstadt gibt es nur einen Ort, den wir gezielt anfahren: das Deus – Café von den Custom – Motorradschraubern und Lifestyle – Hipstern “Deus Ex Machina”.

Deus Cafe Milano

Obwohl wir uns auf dem Hafengelände von Livorno tierisch verfahren und mal wieder unser Navi ins Meer schmeissen wollen, finden wir noch rechtzeitig eine Fähre, die uns nach Sizilien bringt. Auf der 19-Stündigen Überfahrt entspannen wir, bevor wir uns in das Großstadtgewusel von Palermo stürzen. Dort finden wir das Moltivolti, ein Restaurant und Co-workingspace für Migranten und Italiener. Malick kam vor zwei Jahren als Flüchtling von Gambia über das Mittelmeer bis nach Italien. Er zeigt uns den multikulturellen Stadtteil Balarò und den kunterbunten Wochenmarkt, der fast afrikanisch wirkt.

Malick in Palermo

Wir fahren weiter auf kleinen Straßen durch die Berge und Hügel von Sizilien. Immer wieder halten wir an um die schöne Landschaft zu bestaunen oder bei den Temperaturen von über 35 Grad etwas zu trinken. Auf einer abseitigen Straße passiert dann das Unglück: wir stürzen mit beiden Motorrädern in einer Kurve. Zum Glück ist uns nichts Schlimmes passiert, ein Hoch auf unsere Schutzkleidung! Nur an Sonjas Moped brach der Bremshebel ab und beide Vorderradgabeln sind verbogen. Eine Motorradwerkstatt in der Nähe repariert die Schäden innerhalb von dreissig Minuten.

Sizilien Ruine

In der Barockstadt Scicli lernen wir Giovanna kennen. Die energische Sizilianerin leitet das “Casa delle Culture“, ein Kulturzentrum und Wohnprojekt für Flüchtlinge, die im Nahen Hafen Pozzallo ankommen. Auch für Malick war das Casa die erste Anlaufstelle in Italien. In diesem Haus leben Familien und unbegleitete Jugendliche, sie bekommen hier Sprachkurse und Beratung.

Casa delle culture

Wir sind am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen und gönnen uns endlich wieder eine Pause. In Samperi lernen wir Bernhard kennen, der gemeinsam mit seiner Frau Dora die Pension “Poggio Bellavista” betreibt. Als begeisterter Motorradfahrer bietet er einen Motorradverleih für Gäste an und gibt auch einige Tourentipps. Wir stellen fest, dass wir noch viel auf Sizilien entdecken können. Nächstes Jahr setzen wir unsere Reise hier fort.

Motorradreise Sizilien

Hier in Kürze unsere Route:

Sizilien Mittelmeer