pp106 – Grace Mwari

On our trip through Kenya we met Grace Mwari, an african adventure – biker. In this interview Grace talks about how she learned to ride in Inida and why riding offroad became her passion. She also started a company called “Rhino Riders” who offers guided tours through Kenya. Experiencing the culture, the peoples and the wildlife of a country on a motorbike is something special, says Grace and we totally agree.

Shownotess:

pp105 – Vernunft trifft Leidenschaft

Bastian Benjamin Brüsecke reist gerne mit dem Motorrad in ferne Länder und dünn besiedelte Gegenden. Im Interview erzählt er, warum er die Wüsten so liebt und wie er dazu kam, Rallyes mit der Kamera zu begleiten. Kürzlich erschien sein Film “Desert Camera” über die Africa Eco Race, eine Rallye auf der Route der legendären Dakar. Wie er sein Leben als Abenteurer und seinen Beruf als Finanzberater miteinander verbindet, berichtet Bastian in dieser Sendung.

Shownotes:

pp104 – Egal was kommt

Christian Vogel reiste mit seinem Motorrad um die Welt und drehte darüber einen Film. In dieser Sendung erzählt der Journalist von seinen Erlebnissen auf der 333tägigen Tour und davon, wie aus dem unterwegs gesammelten Material ein Film wurde. Anfang August 2018 kommt er unter dem Titel “Egal was kommt” in die Kinos.

Shownotes:

 

pp103 – Motorradreise TV

Hinter Motorradreise TV stecken die Canan Gündogan und Stefan Klabunde. Wir besuchten die beiden Medienmacher und sprachen über die Anfänge der Youtube-Sendung, über das Motorrad fahren und die Entwicklung vom Hobby zur eigenen Firma. Mittlerweile produzieren sie unter der Marke “Rugged Frames” professionelle Videos für Kunden aus der Motorrad Szene. Wie Stefan und Canan die Insolvenz von Touratech traf und wie sie zwischen Thailand, Spanien und dem Bergischen Land auch als Paar ihr Leben und Arbeiten organisieren erzählen die beiden in diesem Podcast.

Shownotes:

Reisen und Rassismus

Wer viel reist, wird automatisch ein weltoffener Mensch …dachte ich. Aber das ist nicht so. In den letzten Monaten und Jahren habe ich mehrmals erlebt, dass Freunde aus der Motorradreise – Szene plötzlich öffentlich eine Meinung vertreten, die ich ihnen nicht zugetraut hätte. Geschockt las ich in den sozialen Medien menschenfeindliche Texte und abstruse Verschwörungstheorien, eine Mischung aus Meinung, schrägen Interpretationen und Fake News. Mehrmals diskutierte ich mit anderen heftig über “kriminelle Ausländer”, die “Islamisierung des Abendlandes” und die “Umvolkung”. Das sind Themen, die auf den ersten Blick nicht zu Menschen passen, die mutig auf Motorrädern in die weite Welt reisen, um fremde Kulturen kennen zu lernen.

Reisen verändern oft die Weltsicht, aber die Frage ist, mit welcher Sicht ich in die Welt hinausfahre. Es ist auch möglich, dass ich alle meine Vorurteile bestätigen lasse und nicht jeder nutzt eine Reise, um auch Menschen kennen zu lernen. Wenn ich will, kann ich unterwegs nur “faule und dumme Einheimische” sehen, die “nichts auf die Reihe kriegen” und daran “selbst schuld” sind. Ich habe schon Menschen getroffen, die Jahrzehnte in sogenannten Entwicklungsländern leben und beinharte Rassisten sind. Interkulturelle Erfahrungen machen aus mir nicht automatisch einen weltoffene Menschen. Es kommt auch darauf an, wie ich mit diesen Erfahrungen umgehe.

Wer zum ersten Mal in ein Land reist, das kulturell deutlich anders ist als die Heimat, erlebt früher oder später einen Kulturschock und entwickelt unterschiedliche Strategien, das zu verarbeiten. Oft steht am Anfang die Begeisterung für das Exotische. “Alles so schön bunt hier und die Menschen sind immer so fröhlich!” Doch schnell kann die Begeisterung in Gereitztheit umschlagen und alles geht einem auf die Nerven. “Die ganze Korruption und die Unzuverlässigkeit kotzt mich an!”. Man kann es sich in dieser abgrenzenden Haltung gemütlich machen. Viel anstrengender ist es, das auszuhalten und dann tiefer in eine andere Welt einzutauchen.
Ich habe mit vielen Menschen Interviews geführt, die auf ihren Reisen Wochen und Monate an einem Ort mit den Menschen zusammen verbrachten. Dann kann die Auseinandersetzung mit der Kultur, der Gesellschaft und den globalen Zusammenhängen beginnen. Daher ist es gut, mit einer offenen Haltung in die Welt hinauszufahren um nicht nur die eigenen Vorurteile bestätigen zu lassen.

Wir können mit unseren Reiseerfahrungen auch etwas zur interkulturellen Diskussion in Deutschland beitragen. Eine Kultur oder eine Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen ist eine Erfahrung, die man in vielen Begegnungen und nicht in der Theorie lernen kann. Um so schlimmer finde ich es, wenn ich pauschale Urteile über “die Fremden”, “die Migranten” oder “den Islam” von Menschen höre, die in der Motorradreise-Szene aktiv sind. Vielleicht müssen wir mehr darüber diskutieren, mit welcher Haltung wir reisen. Vielleicht müssen wir mehr darüber sprechen, welche Erfahrungen wir mit nach hause bringen. Vielleicht müssen wir mehr über Politik streiten.

Claudio