Biker in den USA

bikerkultur-usa-1Im Leben habe ich noch nie so viele Harleys auf einmal gesehen. Ein Motorrad ist in den USA eine Harley Davidson, abgesehen von ein paar Ausnahmen. Diesen Sommer war ich beruflich in den Staaten unterwegs, ausgerechnet in South Dakota, ausgerechnet zur Zeit als die Sturgis Motorcycle Rally stattfand, eines der größten Motorradtreffen der Welt. Nein, ich war nicht in Sturgis und ich war in einem Auto unterwegs. Doch schon im Umkreis von einigen hundert Meilen waren erstaunlich viele Biker in Rudeln unterwegs. Auf den Road-Stops an den Highways tummelten sich die wildesten Motorräder. Dicke Bikes und Trikes mit viel Chrom und nicht wenige zogen einen Anhänger. Die Fahrer, größtenteils weiße Männer um die fünfzig, trugen T-Shirts und Lederwesten und öfter Tatoos als Helme. Wall DrugBeim Frühstück kam ich mit einem Biker ins Gespräch, der sich als Präsident eines echten „Three-Patch-MC“ – Motorradclubs vorstellte. Ich lernte, dass man die Mitglieder eines klassischen MC an den drei Aufnähern auf der Kutte erkennt: Oben der Name des Clubs, in der Mitte das Logo und unten das Revier des MC. Die Mitglieder solcher Clubs verstehen sich tatsächlich aus Outlaws, für die die Regeln des MC über den Gesetzen stehen. Oft sind es Kriegsveteranen, die nach ihrer Rückkehr nicht mehr in der Gesellschaft klarkommen. In den Motorradclubs finden sie die klare Ordnung, die sie aus dem Militär kennen. In den klassischen Three-Patch-MC gibt es daher auch keine Frauen. Dafür eine strikte Hierarchie und ein vorgeschriebenes Verfahren, das man durchlaufen muss, wenn man Mitglied werden will. Hinter dem Präsidenten stand ein solcher „Voluntär“, ein Schrank von einem Mann Mitte Dreissig. Als der Präsident erwähnte, er hätte gerne noch ein wenig Kaffee, huschte der Voluntär sofort los, um die Kanne zu holen.

Der Präsident, Claudio, der Voluntär und der Sohn des Präsis.
Der Präsident, Claudio, der Voluntär und der Sohn des Präsis.

Natürlich habe ich nur einen kleinen Ausschnitt der Bikerkultur in den USA mitbekommen. Aber die unendlich weiten Highways, speziell im wunderschönen South Dakota, die freundlichen Menschen und interessanten Einblicke in die Welt der Native Americans haben mich fasziniert. Auch in dieses Land möchte ich wiederkehren, dann aber auf zwei Rädern.Wilde BikesWen es interessiert, was ich beruflich in den USA machte: Hier ist ein Reisebericht.

Sumatra in MotorradAbenteuer

Sumatra MAIm aktuellen MotorradABENTEUER – Magazin Mai/Juni 2016 erscheint der fünfseitige Artikel „Jalan-jalan Sumatra“ über unsere Reise durch Indonesien mit vielen Fotos und Tipps. Ergänzend dazu könnt ihr unsere Erlebnisse, Gespräche und Klänge der Reise als Hör-Dokumentation noch einmal nachhören oder herunterladen (mit linker Maustaste auf die mp3-Datei klicken):

SumatraTeil1-mp3-Datei

SumatraTeil2.mp3-Datei

Sumatra Teil3.mp3-Datei

Sumatra Teil4.mp3-Datei

SumatraTeil5.mp3-Datei

SumatraTeil6.mp3-Datei

Weitere Infos zur Sumatra-Reise findet ihr hier: https://pegasoreise.wordpress.com/sumatra/

Abenteuer Vorbereitung Workshop

Abenteuer VorbereitungEine große Reise zu planen ist simpler, als man denkt.
Wir laden euch ein zu unserem Workshop „Abenteuer Vorbereitung“ auf dem Horizons Unlimited Travellers Meeting, vom 5.-8. Mai 2016 in Pfrimmtal bei Kaiserslautern.

Je mehr wir reisen, um so weniger planen wir. Früher machten wir uns Gedanken über Probleme, die auf der Tour auftauchen können. Mittlerweile wissen wir: Vor der Reise ahnten wir oft nicht, welche simplen Lösungen wir unterwegs fanden.
Wir erzählen, wie wir unsere Trips planen, worauf wir achten und welche Regeln wir bewußt ignorieren. Man sollte nicht kopflos, sondern sorglos reisen.

Wir sprechen über folgende Themen:

1) Das perfekte Reisemotorrad:
Mit welchen Motorrad reise ich am besten, wie rüste ich es aus und wie bekomme ich es auf einen anderen Kontinent?
2) Routenplanung:
Wie genau plane ich die Route, welche Stopps plane ich ein und wieviele Kilometer pro Tag schaffe ich?
3) Gepäck:
Nehme ich ein Zelt, Schlafsäcke und Kocher mit, wieviel Werkzeug, Ersatzteile und welche Kleidung?

Bescherung von Touratech

Auch ihr könnt eure Erfahrungen einbringen. Diesen Workshop nehmen wir als natürlich auch als Podcast auf.
Sehen wir uns auf dem Horizons Unlimited?

Wüsten-Sozia

IMG_20150929_180508 (1)

Seit anderthalb Jahren habe ich jetzt meinen Motorradführerschein – und seitdem bin ich nicht einmal wieder auf dem Sozius mitgefahren. In nur wenigen Tagen schlüpfe ich aber zurück in meine alte Rolle als Sozia – natürlich nur auf Zeit. Dann reise ich nach Namibia wo mich Claudio und eine Yamaha XT 660 erwarten. Zwei Wochen haben wir dann Zeit, gemeinsam auf einem Motorrad den Süden des riesigen Landes zu erkunden – bis hin zur Namibwüste. Eine grosse Maschine zu mieten war schon schwierig genug. Ein 125er Mopped für mich zu finden – ein Ding der Unmöglichkeit. Kleine Motorräder scheinen in Namibia nicht so verbreitet zu sein wie zbsp. auf Sumatra. Da ist sie wieder – die Benachteiligung von kleinen Motorradfahrern! Aber ich bin ganz sicher: Die Reise wird auch so abenteuerlich genug für mich. Schliesslich war ich bisher noch nie in Afrika…

Für eine Ed-Marchisierung der Motorradfahrer

Sonjas SR 125Horizons Unlimited – Unbegrenzte Horizonte, so hieß das Motorradreisetreffen, auf dem ich am vergangenen Wochenende war. Auf diesem Treffen kommen Menschen zusammen, die die Welt hauptsächlich mit dem Motorrad bereisen, sich austauschen oder inspirieren lassen wollen. Erschreckenderweise haben viele dieser Motorradreisenden einen sehr begrenzten, ja konservativen Horizont, wenn es um die Auswahl des Motorrades geht. Natürlich muß es ein „richtiges“ Adventurebike sein, so wie eine Yamaha Ténéré oder eine BMW R 1200 GS. Motorräder unter 600 Kubik werden belächelt oder rufen Unverständnis hervor. Auch dürfen selbstverständlich all die teuren Zubehörfeatures nicht fehlen, die das Mopped angeblich erst abenteuertauglich machen und mit denen in Wirklichkeit einige Ausstatter so richtig viel Geld verdienen. Aber wenn „Adventure“ draufsteht und ich dafür bezahle, dann muß ja auch „Adventure“ drin sein! Auch wenn mich mein aufgerüstetes Fahrzeug nur bis zur nächsten Cafebude in die Eifel bringt. Ted Simon schreibt im Vorwort seines Bildbandes, daß die Firmen, die dem „adventure biker“ all die angeblich unverzichtbaren Dinge verkaufen, daß Wort „Abenteuer“ sehr fragwürdig erscheinen lassen. „Große Abenteuer schon ab 12.995 €“ lautet der Titel einer Hochglanzwerbeanzeige für die Superténéré. Nur??? 12.995 € ??? Mein Motorrad hat 600 € gekostet. Das bedeutet, daß mir 12.395 € mehr für eine wirkliche Abenteuerreise bleiben als dem Superténérist. Sumatra statt Eifel! Aber so funktionieren halt die Sehnsuchtsbilder der Werbeindustrie. Öfters wurde ich gefragt, ob ich denn mittlerweile den „richtigen“ Führerschein und ein „richtiges“ Motorrad hätte. (Seit 2014 habe ich den A1 Führerschein und fahre eine Yamaha SR 125.) Wie bitte???? Diese Frage macht mich richtig wütend. 125er Maschinen sind in den Augen vieler Biker anscheinend keine „richtigen“ Motorräder. Natürlich habe ich einen „richtigen“ Führerschein und ein „richtiges“ Motorrad. Für mich! Eines, was von der Sitzhöhe und vom Gewicht für meine Größe „richtig“ ist. Und mir noch dazu „richtig“ gut gefällt. Ich ziehe mir ja auch keine Stiefel in Schuhgröße 44 an, obwohl ich eigentlich nur Größe 38 habe! Unter Bikern kursiert sogar die Frage: „Grüßt man auch 125er Moppedfahrer?“ Was soll denn dieser Kinderkram? Wie an der Schule, wenn es den 4. Klässlern peinlich ist, wenn sie von 1. Klässlern angesprochen werden. Ganz ehrlich, ich lege gar keinen Wert darauf, von solchen Leuten gegrüßt zu werden! Außerdem wird das Grüßen beim Fahren sowieso überbewertet. Ich konzentriere mich lieber auf die schöne Landschaft. So denkenden Menschen empfehle ich dringend eine Horizonterweiterung! Schließlich geht es doch nicht darum was man fährt sondern was man dabei erlebt!!! Diesbezüglich kann ich allen nur die Videos von Ed March ans Herz legen. Dieser verrückte, junge Brite fährt mit Honda C90 um die Welt und erlebt dabei ein Abenteuer nach dem anderen. Halt ein wahrer „adventure biker“…